Kaminofen und Wärmepumpe
Kaminofen im Niedrigenergiehaus
Moderne Niedrigenergiehäuser haben einen so geringen Wärmebedarf, dass viele Bauherren einen Kaminofen für überflüssig halten. Das Gegenteil ist der Fall: Gerade im gut gedämmten Neubau spielt der Kaminofen seine Stärken aus.
Ein Kaminofen liefert Wärme genau dann, wenn sie gebraucht wird. Im Herbst und Frühjahr, wenn das Heizsystem noch aus ist oder schon abgeschaltet wurde, sorgt er für angenehme Temperaturen. An kalten Wintertagen kann er Spitzenbedarfe schnell und günstig abfangen, die eine Wärmepumpe allein nur mit höherem Stromverbrauch bewältigen würde.
Besonders bei Luft-Wasser-Wärmepumpen sinkt die Effizienz bei niedrigen Außentemperaturen unter 5 °C ab. Genau hier unterstützt der Kaminofen wirkungsvoll: Er senkt die Heizlast, die Wärmepumpe muss weniger arbeiten, und der teure Heizstab kommt seltener zum Einsatz.
Darüber hinaus ist der Kaminofen in der Heizleistung flexibel wie kein anderes Heizsystem: Wenn er aus ist, hat er null Leistung. Das ist bei einem Niedrigenergiehaus ein echter Vorteil, denn die Räume kühlen kaum ab und brauchen oft nur einen kurzen Wärmeimpuls.
Kaminofen und Wärmepumpe: eine sinnvolle Kombination
Wärmepumpen sind in Neubauten heute Standard. Als alleiniges Heizsystem stoßen sie bei kalten Außentemperaturen an ihre Grenzen. Ein Kaminofen ergänzt die Wärmepumpe ideal:
Die Wärmepumpe deckt den Grundbedarf an Raumwärme. Der Kaminofen übernimmt den Spitzenbedarf, besonders an kalten Tagen. Durch die zusätzliche Wärme des Ofens sinkt die Vorlauftemperatur der Wärmepumpe, was deren Effizienz spürbar verbessert. Die Modulation der Wärmepumpe wird verringert, das schont den Kompressor und verlängert die Lebensdauer der Anlage.
Nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist ein Kaminofen mit 10 % auf den geforderten 65-Prozent-Anteil erneuerbarer Energien anrechenbar. Die Kombination aus Wärmepumpe und Kaminofen ist damit nicht nur technisch, sondern auch regulatorisch sinnvoll.
Und: Bei einem Stromausfall bleibt der Kaminofen die einzige Wärmequelle, die funktioniert. Diese Unabhängigkeit und Versorgungssicherheit schätzen immer mehr Hausbesitzer.
Heizkostenvergleich
Holz ist einer der günstigsten Energieträger. Stückholz kostet aktuell rund 5,7 ct/kWh, Strom für die Wärmepumpe bei einer Jahresarbeitszahl von 3 liegt bei etwa 10,3 ct/kWh (bezogen auf die erzeugte Wärme, Stand 2025/2026), mit Haushaltsstrom sogar bei 31 ct/kWh. Laut einer Studie von Dr. Oschatz (ITG Dresden) lassen sich durch den Einsatz eines Kaminofens, der rund 20 % der Heizlast übernimmt, die Heizkosten um ca. 15 % senken.